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Getreidefonds Z-Saatgut e. V. (GFZS) verleiht den Saatgutinnovationspreis 2026 – seedalive GmbH holt den Gesamtsieg


Germany
June 17, 2026

Der Getreidefonds Z-Saatgut e. V. (GFZS) hat im Rahmen der DLG-Feldtage in Bernburg erstmals den Saatgutinnovationspreis 2026 verliehen. Der Preis zeichnet zukunftsweisende und marktfähige Innovationen aus, die einen messbaren Mehrwert, gesteigerte Effizienz und Nachhaltigkeit entlang der getreidespezifischen Wertschöpfungskette bieten.

Aus einer Vielzahl hochkarätiger Bewerbungen wählte eine Expertenjury aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis drei herausragende Einreichungen auf die diesjährige Shortlist. Bei der Verleihung auf der DLG-Plaza wurde die seedalive GmbH als Gesamtsieger ausgezeichnet und erhielt ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro. Die beiden Unternehmen NoMaze GmbH und phenoLytics GmbH belegen die weiteren Spitzenplätze der Shortlist.

Innovation als Schlüssel für den Ackerbau von morgen

Mit dem Saatgutinnovationspreis möchte der GFZS innovative Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Start-ups sichtbar machen und den Wissenstransfer innerhalb der Branche fördern. „Die ausgezeichneten Projekte zeigen eindrucksvoll, wie moderne Technologien die Saatgutwirtschaft verändern können“, erklärte Marcus Iken, Vorsitzender des GFZS. „Gerade in Zeiten von Klimawandel, steigenden Qualitätsanforderungen und wachsendem Effizienzdruck braucht die Branche Innovationen mit direktem Praxisnutzen.“

„Die Entscheidung ist den Jurymitgliedern angesichts der außergewöhnlich hohen Qualität der Bewerbungen nicht leichtgefallen“, ergänzte Iken im Rahmen der Preisverleihung. „Alle nominierten Unternehmen zeigen die enorme Innovationskraft unserer Branche. Mit seedalive zeichnen wir jedoch eine Innovation aus, die ein jahrzehntealtes Problem der Branche adressiert und gleichzeitig ein enormes Potenzial für effizientere und nachhaltigere Prozesse bietet. Gesundes und qualitativ hochwertiges Saatgut ist der entscheidende Grundstein für kräftige Pflanzen, stabile Bestände, reiche Ernten und eine nachhaltige Ernährungssicherung. Seine Qualität bestimmt maßgeblich den gesamten weiteren Produktionsverlauf – vom Feldaufgang bis zur Ertragsleistung. Gerade beim Z-Saatgut, das als Ausgangspunkt der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette höchste Qualitätsstandards erfüllen muss, ist eine zuverlässige und schnelle Beurteilung der Keimfähigkeit von zentraler Bedeutung. Wenn diese innerhalb weniger Stunden statt in Wochen vorliegt, stärkt das die Prozesssicherheit in der Saatgutaufbereitung und ermöglicht deutlich flexiblere Entscheidungen in der Praxis“, so Iken.

seedalive GmbH: Keimfähigkeit in wenigen Stunden statt nach Wochen

Die seedalive GmbH überzeugte die Jury mit einem KI-gestützten Schnelltest zur Bestimmung der Keimfähigkeit von Saatgut. Während klassische Verfahren nach ISTA-Standard je nach Kulturart zwischen sieben und 28 Tagen benötigen, liefert die Technologie von seedalive zuverlässige Ergebnisse innerhalb von nur drei bis vier Stunden.

Das Verfahren basiert auf einem dynamischen biochemischen Bioassay, bei dem die Wasserempfindlichkeit und biochemische Reaktivität von Saatgut sensorisch erfasst werden. Eine KI analysiert die dabei entstehenden Daten und erstellt präzise Prognosen zur Keimfähigkeit, Keimgeschwindigkeit, Vitalität und möglichen Anomalien von Saatgutpartien.

Damit sind sogenannte „Same-Day“-Entscheidungen möglich – direkt vor Ort in Saatgutaufbereitung, Qualitätskontrolle oder Logistik. Besonders in der Hochsaison ermöglicht dies deutlich flexiblere Prozesse und schnellere Reaktionszeiten.

„Mit unserer Technologie möchten wir die Saatgutbranche in das digitale Zeitalter führen“, erklärt Jens Varnskühler, Geschäftsführer der seedalive GmbH. „Bisher waren Keimtests oft ein zeitkritisches Nadelöhr. Wir ermöglichen es Unternehmen nun, innerhalb weniger Stunden belastbare Qualitätsentscheidungen zu treffen – schneller, ressourcenschonender und deutlich flexibler.“

Die Jury hob insbesondere die hohe Praxisrelevanz der Lösung hervor. Die verkürzten Prüfzeiten ermöglichen deutlich schnellere Entscheidungen in Aufbereitung, Lagerung und Vertrieb.

Darüber hinaus bietet die Technologie auch Vorteile in puncto Nachhaltigkeit: Durch den geringeren Energiebedarf gegenüber klassischen Klimaschrankmethoden sowie optimierte Prozesssteuerung trägt die Technologie zur Ressourceneffizienz bei.

seedalive verbindet laut Jurybegründung wissenschaftliche Exzellenz mit einem unmittelbaren Nutzen für die Praxis. Die Innovation besitzt das Potenzial, bestehende Qualitätsprozesse grundlegend zu verändern und die gesamte Wertschöpfungskette effizienter zu gestalten.

NoMaze GmbH: KI beschleunigt den genetischen Fortschritt in der Pflanzenzüchtung

Die NoMaze GmbH aus München wurde von der Jury für ihre KI-basierte Plattform zur Vorhersage von Genotyp-Umwelt-Interaktionen auf die Shortlist gewählt.

Die Plattform kombiniert moderne DNA-Sprachmodelle, Deep Learning und Transfer Learning, um die reale Feldleistung von Hybridlinien standortübergreifend vorherzusagen. Die Lösung nutzt umfangreiche Trainingsdaten aus einer Vielzahl von Umwelten und ermöglicht präzise Vorhersagen zur Sortenleistung.

Kernproblem der Pflanzenzüchtung ist seit Jahrzehnten die Frage, welche Sorte unter welchen Umweltbedingungen die beste Leistung erzielt. Bislang erfordert dies umfangreiche und mehrjährige Feldversuchsprogramme an zahlreichen Standorten. Die Technologie von NoMaze reduziert diesen Aufwand erheblich und beschleunigt nachweislich den genetischen Fortschritt.

„Wir wollen Züchtungsunternehmen dabei helfen, schneller bessere Entscheidungen zu treffen“, erklärt Jean-Pascal Lutze von NoMaze. „Unsere Plattform macht komplexe Genotyp-Umwelt-Zusammenhänge erstmals mit moderner KI-Technologie praktisch nutzbar.“

Die Plattform besteht aus den Modulen zur Strukturierung, Analyse und Vorhersage von Züchtungsdaten. Durch die deutlich präzisere Vorauswahl von Kandidaten können Feldversuche gezielter geplant und Ressourcen effizienter eingesetzt werden.

Neben wirtschaftlichen Vorteilen sieht die Jury auch einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit: Reduzierte Feldversuche sparen Fläche, Wasser und Betriebsmittel und beschleunigen gleichzeitig die Entwicklung klimaresilienter Sorten.

phenoLytics GmbH: Saatgutdiagnostik mit 3D-Röntgentechnologie

Ebenfalls auf der Shortlist steht die phenoLytics GmbH mit ihrem vernetzten „SeedTelligence“-Portfolio zur automatisierten Saatgut- und Keimlingsanalyse.

Die Technologie basiert auf hochauflösender 3D-Röntgen-Computertomographie und ermöglicht eine zerstörungsfreie Analyse, automatische Vermessung und Klassifizierung von Saatgut und Keimlingen in nahezu Echtzeit. Durch Korrelation der Samenmesswerte mit den Keimlingswerten können Vorhersagemodelle für die Keimfähigkeit und Triebkraft alleine durch eine Analyse des Saatgutes berechnet werden.

Die Systeme erfassen dabei sowohl äußere als auch innere Strukturen einzelner Samen. Mithilfe künstlicher Intelligenz werden unter anderem Embryogröße, Dichte, (spezifisches) Gewicht, Beschädigungen oder versteckte Qualitätsmängel analysiert. Ergänzt wird das System durch den „phenoScort“, der Saatgutpartien automatisiert sortiert und minderwertige Körner mittels Luftdüsen im Millisekundentakt ausbläst.

„Wir schaffen erstmals objektive und standardisierte Qualitätsdaten entlang der gesamten Saatgut-Wertschöpfungskette“, erklärt Dr. Johannes Wolff, Geschäftsführer der phenoLytics GmbH. „Unser Ziel ist es, Prozesse in Produktion, Aufbereitung, Qualitätskontrolle und Züchtung datenbasiert miteinander zu vernetzen.“

Die Jury würdigte insbesondere die hohe technologische Innovationskraft sowie den ganzheitlichen Ansatz des Systems. Die automatisierte Qualitätsbewertung ermöglicht frühere und fundiertere Entscheidungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

 

Weitere Informationen zum Saatgutinnovationspreis: https://www.saatgutinnovationspreis.de/

 



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    . Getreidefonds Z-Saatgut e. V.
    . Seedalive GmbH


Website: https://www.z-saatgut.de/

Published: June 17, 2026

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